Arztpraxen · Ratgeber
Arztpraxen: bei offenen Angeboten nachfassen
Ein erheblicher Teil offener Angebote wird nie wieder angefasst — nicht aus Desinteresse, sondern weil im Tagesgeschäft niemand daran denkt. Wie Arztpraxen das ohne Aufdringlichkeit lösen.
Offene Angebote scheitern meist nicht am Preis, sondern daran, dass niemand mehr nachfragt. Ein erinnerter Kontakt nach fünf bis sieben Werktagen genügt — mit einem echten Anlass statt der Frage nach der Entscheidung. Automatisieren lässt sich die Erinnerung, nicht das Gespräch.
01 — Nachfassen
Wie Nachfassen ohne Aufdringlichkeit gelingt
Die meisten offenen Angebote scheitern nicht am Preis, sondern daran, dass niemand mehr nachfragt. In Arztpraxen liegt zwischen Angebot und Entscheidung oft mehr Zeit, als beiden Seiten bewusst ist — und wer sich in dieser Zeit einmal freundlich meldet, ist im Rennen.
Ein erinnerter Anruf nach fünf bis sieben Werktagen reicht in der Regel. Wichtig ist der Anlass: nicht „haben Sie schon entschieden", sondern eine nützliche Ergänzung — ein offener Punkt, eine Terminmöglichkeit, ein Hinweis auf eine Frist. Das ist der Unterschied zwischen Nachfassen und Nachbohren.
Automatisieren lässt sich daran die Erinnerung, nicht das Gespräch. Die Aufgabe entsteht automatisch mit dem Angebot; wer sie erledigt, bleibt ein Mensch.
02 — Ansatzpunkte
Abläufe, die sich bei Arztpraxen lohnen
- Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer
- Rezeptbestellung über Formular statt Telefon
- Automatische Terminerinnerung
- Vorabinformation zu Untersuchungen
- Rückrufliste statt Dauerbesetztzeichen
Ein Ablauf eignet sich, wenn er mindestens wöchentlich vorkommt, klaren Regeln folgt und heute Handarbeit ist. Fehlt einer der drei Punkte, ist Handarbeit meist günstiger.
03 — Grenzen
Wann man es bleiben lassen sollte
- Wenn die Ausnahmen überwiegen. Wo jeder Fall anders liegt, wird Automatisierung teurer als Handarbeit — das kommt in Arztpraxen häufiger vor, als Anbieter zugeben.
- Wenn das Volumen zu klein ist. Bei wenigen Vorgängen im Monat rechnet sich kein System, auch kein günstiges.
- Wenn der Engpass woanders liegt. Wer zu wenige Anfragen hat, braucht keine schnellere Bearbeitung, sondern mehr Sichtbarkeit.
- Wenn niemand es pflegen wird. Das ist der häufigste Grund, warum Systeme nach einem Jahr wieder abgeschaltet werden.
- Mitten in der Hochsaison. Grippewelle im Winter, Vorsorge im Frühjahr, Montagvormittag durchgehend Spitze. In dieser Zeit fehlt die Aufmerksamkeit für eine Umstellung.
04 — Fragen
Häufige Fragen
Ist das mit dem Datenschutz im Gesundheitsbereich vereinbar?
Gesundheitsdaten sind besonders geschützt, deshalb gelten strengere Anforderungen: europäische Verarbeitung, Auftragsverarbeitungsvertrag, Verschlüsselung, enge Löschfristen und Zugriff nur für berechtigte Personen. Wir bauen entsprechend — ein Terminsystem, das nur Name und Terminart kennt, ist datenschutzrechtlich unproblematischer als eines, das Symptome erfasst.
Ersetzt das die Ordinationshilfe am Telefon?
Nein, es entlastet sie. Der Anteil an Anrufen, der reine Terminvergabe und Rezeptbestellung ist, liegt in vielen Praxen bei mehr als der Hälfte. Genau dieser Teil lässt sich verlagern — für alles andere bleibt mehr Zeit.
Wie senken wir Nichterscheinen?
Erinnerung 24 Stunden vorher plus eine kurze am Terminmorgen, jeweils mit einfacher Absagemöglichkeit. Wer leicht absagen kann, sagt ab — und der Termin wird neu vergeben, statt leer zu bleiben.
Arbeitet ihr auch mit Arztpraxen?
Ja. Wir arbeiten aus dem Mühlviertel für Kundinnen und Kunden in ganz Österreich. Der Großteil der Zusammenarbeit läuft ohnehin über Videocalls und geteilte Dokumente — das spart beiden Seiten Fahrzeit. Wo ein Termin vor Ort sinnvoll ist, kommen wir.
Was kostet der Einstieg?
Das hängt am Vorhaben, nicht an der Branche. Ein Google-Unternehmensprofil samt lokaler Sichtbarkeit ist überschaubar, eine Website oder ein Chatbot sind größere Projekte. Schreibt uns kurz euer Anliegen — wir rechnen das durch und schicken einen Vorschlag.
Womit sollten wir anfangen?
Mit dem Engpass, nicht mit dem Interessantesten. Bei Arztpraxen ist das erfahrungsgemäß Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer.
Gibt es Förderungen?
Für Digitalisierungsvorhaben gibt es in Österreich mehrere Förderschienen, etwa KMU.DIGITAL oder die aws-Digitalisierungsförderung. Ob und in welcher Höhe eine davon aktuell für euer Vorhaben infrage kommt, prüfen wir individuell mit euch. Aktuelle Bedingungen: kmudigital.at, aws.at.
99 — Weiter
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Beschreibt kurz, worum es geht. Ihr bekommt eine ehrliche Antwort dazu, was realistisch ist und was es ungefähr kostet.