Arztpraxen · Ratgeber
Digitalisierung für Arztpraxen: womit anfangen?
Nicht jede Digitalisierung lohnt sich für Arztpraxen. Welche Schritte in dieser Branche tatsächlich etwas bringen, in welcher Reihenfolge — und was man getrost bleiben lassen kann.
Für Arztpraxen lohnt sich die Digitalisierung in dieser Reihenfolge: zuerst Erreichbarkeit, dann der häufigste wiederkehrende Ablauf — meist Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer —, dann Sichtbarkeit. Wer mit Dokumentation oder Auswertung beginnt, hat den teuersten Schritt zuerst und den geringsten Rückfluss.
01 — Ausgangslage
Woran es bei Arztpraxen typischerweise hängt
- Das Telefon ist zwischen acht und zehn Uhr durchgehend besetzt
- Rezeptbestellungen und Terminwünsche laufen über dieselbe Leitung
- Nichterscheinen ohne Absage kostet Behandlungszeit
Telefon dominiert stark, Online-Terminbuchung nimmt zu. Grippewelle im Winter, Vorsorge im Frühjahr, Montagvormittag durchgehend Spitze.
02 — Reihenfolge
Was zuerst, was später
Erreichbarkeit
Solange Anfragen verloren gehen, bringt jede weitere Maßnahme weniger. Bei Arztpraxen ist das fast immer der erste Hebel.
Der häufigste Ablauf
Ein einziger Vorgang, der sich täglich oder wöchentlich wiederholt — bei Arztpraxen meist Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer.
Sichtbarkeit
Erst wenn Anfragen zuverlässig bearbeitet werden, lohnt es sich, mehr davon zu erzeugen. Andersherum verstärkt man nur das Problem.
Alles Weitere
Dokumentation, Auswertung, Anbindungen. Sinnvoll, aber selten dringend — und ohne die ersten drei Schritte wirkungslos.
03 — Ansatzpunkte
Abläufe, die sich bei Arztpraxen lohnen
- Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer
- Rezeptbestellung über Formular statt Telefon
- Automatische Terminerinnerung
- Vorabinformation zu Untersuchungen
- Rückrufliste statt Dauerbesetztzeichen
Ein Ablauf eignet sich, wenn er mindestens wöchentlich vorkommt, klaren Regeln folgt und heute Handarbeit ist. Fehlt einer der drei Punkte, ist Handarbeit meist günstiger.
04 — Beispiel
Wie das im Alltag aussieht
Rezeptbestellungen laufen über ein Formular. Damit fällt ein erheblicher Teil der Vormittagsanrufe weg — ohne dass jemand weniger erreicht wird.
Entscheidend an diesem Beispiel ist nicht die Technik, sondern die Festlegung davor: Was gilt als dringend, wer wird wann verständigt, und was passiert, wenn niemand erreichbar ist. Diese drei Antworten kosten am Anfang eine Stunde und ersparen später jede Diskussion.
05 — Fragen
Häufige Fragen
Ist das mit dem Datenschutz im Gesundheitsbereich vereinbar?
Gesundheitsdaten sind besonders geschützt, deshalb gelten strengere Anforderungen: europäische Verarbeitung, Auftragsverarbeitungsvertrag, Verschlüsselung, enge Löschfristen und Zugriff nur für berechtigte Personen. Wir bauen entsprechend — ein Terminsystem, das nur Name und Terminart kennt, ist datenschutzrechtlich unproblematischer als eines, das Symptome erfasst.
Ersetzt das die Ordinationshilfe am Telefon?
Nein, es entlastet sie. Der Anteil an Anrufen, der reine Terminvergabe und Rezeptbestellung ist, liegt in vielen Praxen bei mehr als der Hälfte. Genau dieser Teil lässt sich verlagern — für alles andere bleibt mehr Zeit.
Wie senken wir Nichterscheinen?
Erinnerung 24 Stunden vorher plus eine kurze am Terminmorgen, jeweils mit einfacher Absagemöglichkeit. Wer leicht absagen kann, sagt ab — und der Termin wird neu vergeben, statt leer zu bleiben.
Arbeitet ihr auch mit Arztpraxen?
Ja. Wir arbeiten aus dem Mühlviertel für Kundinnen und Kunden in ganz Österreich. Der Großteil der Zusammenarbeit läuft ohnehin über Videocalls und geteilte Dokumente — das spart beiden Seiten Fahrzeit. Wo ein Termin vor Ort sinnvoll ist, kommen wir.
Was kostet der Einstieg?
Das hängt am Vorhaben, nicht an der Branche. Ein Google-Unternehmensprofil samt lokaler Sichtbarkeit ist überschaubar, eine Website oder ein Chatbot sind größere Projekte. Schreibt uns kurz euer Anliegen — wir rechnen das durch und schicken einen Vorschlag.
Womit sollten wir anfangen?
Mit dem Engpass, nicht mit dem Interessantesten. Bei Arztpraxen ist das erfahrungsgemäß Terminvergabe online mit Terminarten und Dauer.
Gibt es Förderungen?
Für Digitalisierungsvorhaben gibt es in Österreich mehrere Förderschienen, etwa KMU.DIGITAL oder die aws-Digitalisierungsförderung. Ob und in welcher Höhe eine davon aktuell für euer Vorhaben infrage kommt, prüfen wir individuell mit euch. Aktuelle Bedingungen: kmudigital.at, aws.at.
99 — Weiter
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Nächster Schritt
Erste Einschätzung, ohne Verpflichtung.
Beschreibt kurz, worum es geht. Ihr bekommt eine ehrliche Antwort dazu, was realistisch ist und was es ungefähr kostet.