Ratgeber
Webdesign einführen: Schritt für Schritt
Der Weg von der Entscheidung bis zum laufenden Betrieb — in der Reihenfolge, die sich in kleinen Betrieben bewährt hat, inklusive der Stellen, an denen Projekte typischerweise hängen bleiben.
Webdesign wird eingeführt, indem zuerst der Engpass benannt, dann klein abgegrenzt und erst danach umgesetzt wird. Die Umsetzung selbst dauert 3 bis 5 Wochen; verzögert wird ein Projekt fast nie durch Technik, sondern durch fehlende Inhalte, Zugänge und Entscheidungen.
01 — Einstieg
Womit man anfängt
Den Engpass benennen
Nicht das Interessanteste, sondern das, was am meisten Zeit kostet. Eine Woche mitschreiben, was sich wiederholt, liefert eine realistischere Liste als jeder Workshop.
Klein abgrenzen
Ein Ablauf, ein messbares Ziel. Was funktioniert, wird erweitert — was nicht, kostet wenig.
Die Ausgangslage sichten
Welche Inhalte, Daten und Zugänge sind vorhanden. Bei Webdesign ist das der Faktor, der Aufwand und Laufzeit am stärksten beeinflusst.
Entscheiden, wer zuständig ist
Für die Einführung und für den Betrieb danach. Ohne diese Festlegung veraltet jedes System.
Erst dann Angebote einholen
Mit klarem Umfang werden Angebote vergleichbar. Ohne ihn bekommt man Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben.
02 — Ablauf
Die Schritte im Detail
Bestandsaufnahme
Was ist schon da an Logo, Farben, Bildsprache — und was davon trägt.
Richtung festlegen
Zwei bis drei Richtungen an einem Seitentyp, damit die Entscheidung an etwas Konkretem fällt.
System ausbauen
Aus der gewählten Richtung entsteht das System für alle Seitentypen.
Übergabe
Komponenten und Regeln werden dokumentiert und übergeben.
03 — Mitwirkung
Was wir von euch brauchen
- Eine Ansprechperson, die entscheiden darf — nicht nur weiterleiten.
- Zugang zu den betroffenen Systemen, rechtzeitig und nicht am Tag des Livegangs.
- Echte Beispiele aus dem Alltag — je unsauberer, desto nützlicher für den Test.
- Zwei bis vier Stunden für Abstimmung, verteilt über die Projektlaufzeit.
- Eine Antwort auf die Frage, was Erfolg bedeutet. Ohne die lässt sich hinterher nichts beurteilen.
04 — Engpässe
Woran es typischerweise hängt
- Inhalte und Zulieferungen. Der mit Abstand häufigste Verzögerungsgrund. Texte, Bilder, Preislisten, Zugänge — was fehlt, blockiert.
- Entscheidungen. Wenn unklar ist, wer freigibt, wartet das Projekt. Eine benannte Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis verkürzt die Laufzeit spürbar.
- Zugänge zu Drittsystemen. Zugriff auf Warenwirtschaft, Telefonanlage oder CRM zu bekommen, dauert regelmäßig länger als die Anbindung selbst.
- Abstimmungsrunden ohne Ende. Zwei Korrekturrunden sind normal, fünf sind ein Zeichen dafür, dass das Ziel am Anfang nicht klar war.
05 — Fragen
Häufige Fragen
Bekommen wir mehrere Entwürfe?
Zwei bis drei Richtungen an einem Seitentyp. Zehn Varianten helfen niemandem — sie verlagern die Entscheidung nur auf den Kunden, statt sie zu treffen.
Was ist mit Barrierefreiheit im Design?
Kontraste, Schriftgrößen, Fokusdarstellung und Klickflächen prüfen wir gegen WCAG 2.1 AA. Das ist im Design deutlich billiger als später in der Umsetzung.
Wird das auch auf dem Handy gut aussehen?
Wir gestalten die schmale Ansicht zuerst, weil dort der Großteil der Besucher ankommt. Die breite Ansicht ist der einfachere Fall, nicht umgekehrt.
Wie viele Korrekturrunden sind enthalten?
Zwei Runden pro Entwurf sind üblich und meist ausreichend, weil die Richtungsentscheidung schon nach der ersten Präsentation fällt. Weitere Runden sind möglich, verlängern aber die Zeitachse spürbar.
Brauchen wir überhaupt eigenes Design?
Nicht zwingend. Wenn ihr eine Seite mit fünf Unterseiten braucht und keine Markenambitionen habt, ist ein sauber angepasstes Grundsystem die vernünftigere Wahl. Eigenes Design lohnt sich, wenn ihr euch von Wettbewerbern abheben müsst oder viele Seiten pflegt.
Wem gehören die Dateien?
Euch. Ihr bekommt die Quelldateien und die Dokumentation. Wenn ihr später mit jemand anderem arbeitet, kann derjenige damit weitermachen.
Liefert ihr auch Bildmaterial?
Nein, das gehört nicht zum Gestaltungssystem. Wir sagen aber genau, welche Art von Bildern gebraucht wird, und empfehlen bei Bedarf passende Quellen oder eine Fotografin.
99 — Weiter
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