Ratgeber

KI-Beratung einführen: Schritt für Schritt

Der Weg von der Entscheidung bis zum laufenden Betrieb — in der Reihenfolge, die sich in kleinen Betrieben bewährt hat, inklusive der Stellen, an denen Projekte typischerweise hängen bleiben.

Angebot nach Anfrage2 bis 3 WochenStand 2026
Kurz gesagt

KI-Beratung wird eingeführt, indem zuerst der Engpass benannt, dann klein abgegrenzt und erst danach umgesetzt wird. Die Umsetzung selbst dauert 2 bis 3 Wochen; verzögert wird ein Projekt fast nie durch Technik, sondern durch fehlende Inhalte, Zugänge und Entscheidungen.

01 — Einstieg

Womit man anfängt

  1. Den Engpass benennen

    Nicht das Interessanteste, sondern das, was am meisten Zeit kostet. Eine Woche mitschreiben, was sich wiederholt, liefert eine realistischere Liste als jeder Workshop.

  2. Klein abgrenzen

    Ein Ablauf, ein messbares Ziel. Was funktioniert, wird erweitert — was nicht, kostet wenig.

  3. Die Ausgangslage sichten

    Welche Inhalte, Daten und Zugänge sind vorhanden. Bei KI-Beratung ist das der Faktor, der Aufwand und Laufzeit am stärksten beeinflusst.

  4. Entscheiden, wer zuständig ist

    Für die Einführung und für den Betrieb danach. Ohne diese Festlegung veraltet jedes System.

  5. Erst dann Angebote einholen

    Mit klarem Umfang werden Angebote vergleichbar. Ohne ihn bekommt man Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben.

02 — Ablauf

Die Schritte im Detail

  1. Vorgespräch

    Eine Stunde, um zu klären, ob und wo es überhaupt etwas zu holen gibt. Kostenlos.

  2. Workshop

    Ein halber bis ganzer Tag im Betrieb. Wir reden mit den Leuten, die die Abläufe kennen.

  3. Auswertung

    Wir bewerten die gefundenen Fälle und rechnen sie durch.

  4. Präsentation

    Ihr bekommt ein Dokument und eine Stunde, in der wir es durchgehen. Ob ihr danach mit uns weiterarbeitet, ist offen.

03 — Mitwirkung

Was wir von euch brauchen

  • Eine Ansprechperson, die entscheiden darf — nicht nur weiterleiten.
  • Zugang zu den betroffenen Systemen, rechtzeitig und nicht am Tag des Livegangs.
  • Echte Beispiele aus dem Alltag — je unsauberer, desto nützlicher für den Test.
  • Zwei bis vier Stunden für Abstimmung, verteilt über die Projektlaufzeit.
  • Eine Antwort auf die Frage, was Erfolg bedeutet. Ohne die lässt sich hinterher nichts beurteilen.

04 — Engpässe

Woran es typischerweise hängt

  • Inhalte und Zulieferungen. Der mit Abstand häufigste Verzögerungsgrund. Texte, Bilder, Preislisten, Zugänge — was fehlt, blockiert.
  • Entscheidungen. Wenn unklar ist, wer freigibt, wartet das Projekt. Eine benannte Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis verkürzt die Laufzeit spürbar.
  • Zugänge zu Drittsystemen. Zugriff auf Warenwirtschaft, Telefonanlage oder CRM zu bekommen, dauert regelmäßig länger als die Anbindung selbst.
  • Abstimmungsrunden ohne Ende. Zwei Korrekturrunden sind normal, fünf sind ein Zeichen dafür, dass das Ziel am Anfang nicht klar war.

05 — Fragen

Häufige Fragen

Ist das nicht nur eine verkappte Verkaufsveranstaltung?

Die Empfehlung enthält regelmäßig Punkte, die ihr selbst oder mit eurem bestehenden Dienstleister umsetzen könnt, und ebenso Fälle, von denen wir abraten. Das Dokument gehört euch und funktioniert auch ohne uns.

Welche Förderungen gibt es in Österreich?

Infrage kommen unter anderem KMU.DIGITAL und die aws-Digitalisierungsförderung — aktuelle Konditionen auf kmudigital.at und aws.at. Beide setzen voraus, dass der Antrag vor der Auftragsvergabe bewilligt ist — deshalb sprechen wir das früh an und nicht am Ende.

Was, wenn bei uns nichts sinnvoll ist?

Dann steht das drin. Das kommt vor, vor allem bei Betrieben mit sehr wenig wiederkehrenden Abläufen oder ohne digitale Datenbasis. Ein ehrliches Nein ist billiger als ein Projekt, das versandet.

Wie unterscheidet sich das von einer Beratung durch die Kammer?

Die Kammerangebote geben einen guten Überblick über Fördermöglichkeiten und Grundlagen. Wir gehen einen Schritt weiter und schauen uns eure konkreten Abläufe und Systeme an — mit Aufwandsschätzung, die wir auch selbst einhalten müssten.

Wie viel kostet uns das, wenn am Ende nichts dabei herauskommt?

Nur der vereinbarte Preis für Workshop und Dokument — es gibt kein Erfolgshonorar und keine versteckte Folgeverpflichtung. Das Vorgespräch vorab ist kostenlos und soll genau solche Fehlanfragen vorher abfangen.

Bekommen wir auch Empfehlungen zu Anbietern außer euch?

Ja, wo es sinnvoll ist. Manche Anwendungsfälle passen besser zu einer Standardsoftware oder einem spezialisierten Anbieter — das steht dann so im Dokument, nicht verschwiegen.

Wer sollte beim Workshop dabei sein?

Mindestens eine Person aus der Geschäftsführung und zwei bis drei, die die betroffenen Abläufe täglich machen. Ohne die zweite Gruppe entsteht eine Liste, die im Alltag nicht funktioniert.

Nächster Schritt

Reden wir kurz darüber, ob sich das bei euch rechnet.

Ein Gespräch von zwanzig Minuten reicht meistens, um zu klären, ob ein Projekt Sinn hat. Wenn nicht, sagen wir das — das ist billiger für beide Seiten als ein Angebot, das niemand braucht.