Ratgeber

Webdesign selbst machen oder machen lassen?

Vieles rund um Webdesign lässt sich selbst bauen — die Frage ist, ob es sich rechnet. Wann Eigenleistung sinnvoll ist, wo die Grenze liegt und welcher Weg der teuerste ist.

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Kurz gesagt

Webdesign selbst zu bauen lohnt sich, wenn das Vorhaben klein bleibt, jemand im Betrieb Zeit dafür hat und niemand darauf angewiesen ist, dass es an einem bestimmten Tag läuft. Sobald andere Systeme mitspielen müssen oder jemand haftet, wenn es ausfällt, ist externe Umsetzung meist günstiger — der teuerste Weg ist der halb fertige.

01 — Eigenleistung

Selbst machen oder machen lassen?

  • Selbst machen ist sinnvoll, wenn jemand im Betrieb die Zeit und das Interesse dafür hat, das Vorhaben klein bleibt und niemand darauf angewiesen ist, dass es an einem bestimmten Tag läuft.
  • Fertige Baukästen bringen euch schnell zu einem ersten Ergebnis, stoßen aber dort an Grenzen, wo eigene Abläufe, eigene Daten oder Anbindungen an bestehende Systeme ins Spiel kommen.
  • Machen lassen lohnt sich, sobald Webdesign mit anderen Systemen sprechen muss, sobald jemand haftbar ist, wenn es nicht funktioniert, oder sobald der interne Aufwand teurer wird als die externe Umsetzung.
  • Der teuerste Weg ist der halbe: monatelang nebenbei selbst gebaut, dann abgebrochen und extern neu gemacht. Wer sich für Eigenleistung entscheidet, sollte ein Zeitbudget und einen Abbruchpunkt festlegen.
  • Mischform: Konzept und Einrichtung extern, Pflege intern. Das ist bei Webdesign häufig der wirtschaftlichste Weg — vorausgesetzt, die Übergabe ist dokumentiert.

02 — Voraussetzungen

Was ihr für professionelles Webdesign braucht

  • Einen klar benannten Anlass. Nicht „wir sollten mal etwas mit KI machen", sondern ein Ablauf, der heute nachweislich Zeit oder Aufträge kostet.
  • Vorhandene Inhalte oder Daten. Webdesign arbeitet mit dem, was da ist. Je vollständiger die Ausgangslage, desto kürzer die Einrichtung.
  • Zugriff auf die betroffenen Systeme. Wer die Zugänge verwaltet, gehört von Anfang an eingebunden — das ist erfahrungsgemäß der häufigste Verzögerungsgrund.
  • Eine entscheidungsbefugte Ansprechperson. Eine, nicht drei.
  • Bereitschaft, nach dem Start nachzuschärfen. Die ersten Wochen im echten Betrieb zeigen, was im Konzept gefehlt hat. Das ist normal und eingeplant.

03 — Rechnung

So rechnet man es aus

Vier Zahlen genügen: Wie oft kommt der Ablauf vor? Wie lange dauert er? Was kostet eine Stunde intern? Und was kostet die Lösung — einmalig plus Betrieb über drei Jahre?

Ein Beispiel: Ein Ablauf, der wöchentlich zweimal vorkommt und jeweils 40 Minuten dauert, bindet im Jahr rund 69 Stunden. Bei einem internen Stundensatz von 45 Euro sind das etwa 3.100 Euro jährlich, die dort gebunden sind. Senkt eine Lösung diesen Aufwand um zwei Drittel, amortisiert sie sich — abhängig vom tatsächlichen Angebot — oft innerhalb von ein bis zwei Jahren. Den genauen Wert für euren Fall nennen wir nach dem Erstgespräch.

Diese Rechnung ist bewusst konservativ: Sie berücksichtigt nur die eingesparte Zeit, nicht die vermiedenen Fehler und nicht die Aufträge, die durch schnellere Reaktion zustande kommen. In der Praxis liegt der Nutzen meist höher — aber man sollte nicht damit rechnen, bevor man es gemessen hat.

04 — Fragen

Häufige Fragen

Was ist mit Barrierefreiheit im Design?

Kontraste, Schriftgrößen, Fokusdarstellung und Klickflächen prüfen wir gegen WCAG 2.1 AA. Das ist im Design deutlich billiger als später in der Umsetzung.

Wird das auch auf dem Handy gut aussehen?

Wir gestalten die schmale Ansicht zuerst, weil dort der Großteil der Besucher ankommt. Die breite Ansicht ist der einfachere Fall, nicht umgekehrt.

Brauchen wir überhaupt eigenes Design?

Nicht zwingend. Wenn ihr eine Seite mit fünf Unterseiten braucht und keine Markenambitionen habt, ist ein sauber angepasstes Grundsystem die vernünftigere Wahl. Eigenes Design lohnt sich, wenn ihr euch von Wettbewerbern abheben müsst oder viele Seiten pflegt.

Wie viele Korrekturrunden sind enthalten?

Zwei Runden pro Entwurf sind üblich und meist ausreichend, weil die Richtungsentscheidung schon nach der ersten Präsentation fällt. Weitere Runden sind möglich, verlängern aber die Zeitachse spürbar.

Was, wenn uns keine der Richtungen gefällt?

Dann gehen wir zurück zur Bestandsaufnahme — meist heißt das, dass etwas Wichtiges über den Betrieb noch nicht verstanden wurde. Das passiert selten, aber lieber einmal neu ansetzen als ein Design forcieren.

Liefert ihr auch Bildmaterial?

Nein, das gehört nicht zum Gestaltungssystem. Wir sagen aber genau, welche Art von Bildern gebraucht wird, und empfehlen bei Bedarf passende Quellen oder eine Fotografin.

Wem gehören die Dateien?

Euch. Ihr bekommt die Quelldateien und die Dokumentation. Wenn ihr später mit jemand anderem arbeitet, kann derjenige damit weitermachen.

05 — Entscheidung

Wie ihr weiterkommt

Der günstigste nächste Schritt ist ein Gespräch, kein Angebot. Zwanzig Minuten reichen meist, um zu klären, ob ein Vorhaben Sinn hat, in welchem Rahmen es liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.

Falls nicht, sagen wir das. Ein ehrliches Nein kostet weniger als ein Projekt, das man nach drei Monaten abbricht — für beide Seiten.

Nächster Schritt

Wir schauen uns eure Ausgangslage an.

Erzählt uns, was heute Zeit frisst. Daraus entsteht eine Einschätzung mit Aufwand und Nutzen — und erst danach ein Angebot.