Ratgeber

Lead-Qualifizierung: Vertrag, Eigentum und Ausstieg

Wem gehören am Ende Daten, Zugänge und Ergebnisse? Die Antwort auf diese Frage sagt mehr über einen Anbieter aus als jede Referenzliste — und gehört vor die Unterschrift, nicht danach.

Angebot nach Anfrage2 bis 4 WochenStand 2026
Kurz gesagt

Vor der Beauftragung von Lead-Qualifizierung gehört schriftlich geklärt: Daten und Zugänge gehören dem Auftraggeber, in welchem Format und welcher Frist sie bei Beendigung herausgegeben werden, was eine spätere Änderung kostet, und dass Dokumentation eine Angebotsposition ist und keine mündliche Zusage.

01 — Vertrag

Was schriftlich geklärt gehört

  • Eigentum an Daten und Zugängen. Sie gehören dem Auftraggeber. Wenn ein Anbieter das nicht klar bestätigt, ist das die wichtigste Information des Gesprächs.
  • Herausgabe bei Beendigung. In welchem Format, in welcher Frist, zu welchen Kosten.
  • Keine Mindestlaufzeit ohne Gegenleistung. Bindung ist vertretbar, wenn dafür etwas geliefert wird — sonst nicht.
  • Was eine spätere Änderung kostet. Nicht der Projektpreis entscheidet über die Gesamtkosten, sondern der Stundensatz für das dritte Jahr.
  • Dokumentation als Liefergegenstand. Nicht als Zusage, sondern als Position im Angebot.

02 — Fragen

Fragen, die ihr stellen solltet

  • Was passiert, wenn das Projekt teurer wird als geschätzt — wer trägt das?
  • Wem gehören Daten, Zugänge und, falls entwickelt wird, der Quellcode?
  • Was kostet der Betrieb im zweiten und dritten Jahr?
  • Wie sieht die Dokumentation aus, die wir am Ende bekommen?
  • Woran würden Sie messen, ob das Projekt erfolgreich war?
  • Gibt es einen Fall, in dem Sie uns davon abraten würden?

03 — Warnsignale

Wann man skeptisch werden sollte

  • Garantierte Ergebnisse. Wer Platz eins bei Google oder eine bestimmte Umsatzsteigerung zusagt, verkauft etwas, das er nicht liefern kann.
  • Kein Nein. Ein Anbieter, der jedes Vorhaben für eine gute Idee hält, hat entweder nicht zugehört oder verkauft nur.
  • Zeitdruck. Befristete Rabatte auf Projektpreise sind ein Vertriebsinstrument, kein Angebot.
  • Unklare Eigentumsverhältnisse. Wer nicht klar sagt, wem Daten und Zugänge gehören, meint es nicht gut.
  • Kein Ansprechpartner mit Fachkenntnis. Wenn im Erstgespräch nur Vertrieb sitzt, entstehen die Missverständnisse dort.

04 — Fragen

Häufige Fragen

Verlieren wir dadurch Anfragen von kleineren Kunden?

Nein, sortiert wird nur die Reihenfolge der Bearbeitung, nicht die Annahme. Jede Anfrage bleibt sichtbar und beantwortbar — die Sortierung entscheidet nur, welche zuerst dran ist.

Sortieren wir damit nicht gute Kunden aus?

Deshalb wird nie automatisch abgelehnt, sondern nur sortiert. Jede Anfrage bleibt sichtbar, sie liegt nur nicht mehr auf demselben Stapel.

Wie lange dauert die Einrichtung der Bewertungslogik?

Ein bis zwei Wochen für die Kriterien und das Formular, dann ein Testlauf an euren letzten Anfragen, bevor irgendetwas live geht — Fehleinschätzungen zeigen sich schon dort.

Braucht das eine Anbindung an unser CRM?

Sinnvoll, aber nicht zwingend. Ohne CRM-Anbindung landen bewertete Anfragen strukturiert im Postfach; mit Anbindung entsteht direkt ein Datensatz samt Bewertung im System.

Was, wenn unsere Kriterien sich mit der Zeit ändern?

Die Bewertungsregeln stehen in einer Tabelle, die ihr selbst anpassen könnt, ohne dass Code verändert werden muss. Ein neues Kriterium ist eine Zeile, kein Projekt.

Funktioniert das im B2C?

Eingeschränkt. Die Anreicherung um Firmendaten fällt weg, die Vorqualifizierung über gute Fragen und die Verteilung funktionieren aber genauso.

Schrecken mehr Formularfelder nicht ab?

Doch — deshalb geht es nicht um mehr Felder, sondern um andere. Zwei gut gestellte Fragen bringen mehr Klarheit als sechs Pflichtfelder und kosten weniger Abschlüsse. Welche das sind, testen wir an euren echten Anfragen.

Nächster Schritt

Wir schauen uns eure Ausgangslage an.

Erzählt uns, was heute Zeit frisst. Daraus entsteht eine Einschätzung mit Aufwand und Nutzen — und erst danach ein Angebot.