Ratgeber

Individualsoftware: Ablauf, Vorgehen und was von euch gebraucht wird

Der Ablauf beim Thema Individualsoftware von der ersten Frage bis zum laufenden Betrieb — inklusive dessen, was ihr beisteuern müsst, damit es funktioniert.

Angebot nach Anfrageab 8 Wochen bis zur ersten VersionStand 2026
Kurz gesagt

Ein Individualsoftware-Projekt läuft in 4 Schritten: von „Ablauf verstehen" bis „Übergeben", insgesamt ab 8 Wochen bis zur ersten Version. Jeder Schritt endet mit einer klaren Freigabe, bevor der nächste beginnt.

01 — Ablauf

Die Schritte im Detail

  1. Ablauf verstehen

    Wir schauen zu, wie heute gearbeitet wird. Das deckt regelmäßig Anforderungen auf, die niemand genannt hätte.

  2. Kleinste nutzbare Version

    Was ist das kleinste Stück, das im Alltag schon hilft? Damit wird begonnen.

  3. Ausbauen

    In Schritten von zwei bis vier Wochen, jeweils mit etwas, das ihr benutzen könnt.

  4. Übergeben

    Dokumentation, Einschulung, Quellcode. Ihr sollt nicht an uns gebunden sein.

02 — Mitwirkung

Was wir von euch brauchen

  • Eine Ansprechperson, die entscheiden darf — nicht nur weiterleiten.
  • Zugang zu den betroffenen Systemen, rechtzeitig und nicht am Tag des Livegangs.
  • Echte Beispiele aus dem Alltag — je unsauberer, desto nützlicher für den Test.
  • Zwei bis vier Stunden für Abstimmung, verteilt über die Projektlaufzeit.
  • Eine Antwort auf die Frage, was Erfolg bedeutet. Ohne die lässt sich hinterher nichts beurteilen.

03 — Umfang

Was dazugehört

  • Anforderungsaufnahme mit den Leuten, die damit arbeiten werden
  • Umsetzung in kleinen, nutzbaren Schritten statt als Großprojekt
  • Übernahme der bestehenden Daten aus Tabellen und Altsystemen
  • Rollen und Rechte, Protokollierung und Sicherung von Anfang an
  • Anbindung an eure bestehenden Systeme statt einer weiteren Insel
  • Dokumentation und Quellcode, der euch gehört

04 — Fragen

Häufige Fragen

Wie viele Nutzer verträgt so ein System?

Das hängt von der Architektur ab, die wir entsprechend eurem erwarteten Wachstum planen — von wenigen Nutzern im eigenen Betrieb bis zu mehreren Hundert über mehrere Standorte.

Läuft das auf unseren eigenen Servern oder in der Cloud?

Beides ist möglich. Für die meisten Betriebe ist eine Cloud-Lösung wartungsärmer; wo Daten das Haus nicht verlassen dürfen, richten wir es auf eigener Infrastruktur ein.

Wem gehört der Quellcode?

Euch, vollständig, ab Bezahlung. Das steht im Vertrag. Ihr könnt damit zu jedem anderen Entwickler gehen — das ist der Punkt.

Wann lohnt sich eigene Software gegenüber Standardsoftware?

Wenn euer Ablauf ein echter Wettbewerbsvorteil ist, wenn Standardsoftware nur zu siebzig Prozent passt und der Rest in Handarbeit endet, oder wenn die Lizenzkosten pro Nutzer die Entwicklung über wenige Jahre übersteigen. Wenn es nur um Bequemlichkeit geht, ist Standardsoftware billiger.

Wie vermeiden wir, dass das Projekt entgleist?

Kleine Schritte mit nutzbarem Ergebnis, feste Budgets pro Schritt, und die Möglichkeit, nach jedem Schritt auszusteigen. Große Festpreisprojekte über zwölf Monate sind der zuverlässigste Weg in die Enttäuschung — für beide Seiten.

Was, wenn wir während der Entwicklung neue Anforderungen entdecken?

Das ist normal und eingeplant, weil in kleinen Schritten gearbeitet wird. Eine neue Anforderung wird in den nächsten Schritt aufgenommen, statt das ganze Projekt aufzuhalten.

Was passiert, wenn wir nicht mehr zusammenarbeiten?

Ihr habt Code, Dokumentation und Zugänge. Wir setzen bewusst auf verbreitete Technologien, damit ein Wechsel möglich ist, ohne dass jemand alles neu bauen muss.

05 — Entscheidung

Wie ihr weiterkommt

Der günstigste nächste Schritt ist ein Gespräch, kein Angebot. Zwanzig Minuten reichen meist, um zu klären, ob ein Vorhaben Sinn hat, in welchem Rahmen es liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.

Falls nicht, sagen wir das. Ein ehrliches Nein kostet weniger als ein Projekt, das man nach drei Monaten abbricht — für beide Seiten.

Nächster Schritt

Erste Einschätzung, ohne Verpflichtung.

Beschreibt kurz, worum es geht. Ihr bekommt eine ehrliche Antwort dazu, was realistisch ist und was es ungefähr kostet.